Unter­neh­mer­por­trät Stephan Weigelt

Dr. Heike Jacobsen

Dr. Heike Jacobsen

» Musik und Sprache sind die Wurzeln meiner Kindheit. Ich tauchte in die Welt der Sprache, Klänge und Musik ein und fand darin meine wahre Heimat. Mit fünf Jahren lernte ich lesen und Klavier spielen. «

Dr. Heike Jacob­sen

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Unternehmer Porträt

Stephan Weigelt

Steuer­be­ra­tung, Herne

Unter­neh­mer­por­trät Stephan Weigelt

Ich habe Ihren Termin erst für morgen einge­tra­gen“, sagt die Sekre­tä­rin, als ich die Steuer­kanz­lei von Stephan Weigelt betrete. Er ist da, das Babyschwim­men mit seiner Tochter fiel aus. Von eher gemüt­li­cher Statur, eilt er leicht­fü­ßig voraus, erzählt lebhaft, unter­halt­sam, humor­voll, blickt ab und zu über den Rand seiner „Schlau­mei­er­brille“, wie er sie nennt. Die Räume hat er erst vor wenigen Monaten renoviert, klare Linien, männli­che Farben, wenig Dekora­tion. Ein noch funkti­ons­taug­li­cher Stumm­film-Kinopro­jek­tor gibt dem Flur eine nostal­gi­sche Note und unter­streicht dekora­tiv seinen Schwer­punkt: Medien­be­rufe. Die Bespre­chungs­räume sind mit großen Bildschir­men ausge­stat­tet. „Wir haben Spiele­kon­so­len für die Kinder der Mandan­ten und natür­lich können die Mitar­bei­ter hier ihre Pausen verbrin­gen“, sagt er. Seine Kaffee­ma­schine: ein Gastro­au­to­mat!

Eigent­lich wollte ich, seit ich sieben Jahre alt war, zur Steuer­fahn­dung“, lacht er. Damals erlebte er nach der Schei­dung der Eltern, wie sein Vater mit seiner Kneipe in Insol­venz ging. „Meine Mutter hat als Schuh­ver­käu­fe­rin nicht viel verdient, meine Oma ging putzen. Da hab ich mir gesagt, du gehst mal zur Steuer­fahn­dung, dann weißt du wenigs­tens, wie es richtig geht.“ Sein Taschen­geld verdiente er sich durch Keyboard­spie­len.

Mit 16 infor­mierte er sich im Finanz­amt: „Der Reprä­sen­tant für Auszu­bil­dende saß in einem dunklen Kämmer­lein, ein Typ mit Wollpulli und schüt­te­rem Haar. Das ist nichts für dich“, wusste er sofort und machte die Ausbil­dung zum Steuer­fach­an­ge­stell­ten. „Zum ersten Mal richtig gelernt habe ich erst für die Zauber­prü­fung und die Aufnahme in den magischen Zirkel“, erzählt er schmun­zelnd. Neben dem Beruf und dem Wehrdienst machte er das Abitur nach, baute mit einem Freund einen Licht- und Tonan­la­gen-Verleih auf, besuchte die Zauber­schule und ließ sich zum Tanzleh­rer ausbil­den. Beim Rock ’n Roll lernte er seine Frau kennen.

Mit Anfang Zwanzig leitete er bereits das Rechnungs­we­sen einer großen Filmpro­duk­ti­ons­firma. Nach einem Inter­mezzo als Schwan­ger­schafts­ver­tre­tung in einer landwirt­schaft­li­chen Buchstelle im Sauer­land – nach einem Monat hatte er bereits alle Fälle fürs ganze Jahr bearbei­tet – wechselte er zu einer Wirtschafts­prü­fungs­ge­sell­schaft und machte den Steuer­fach­wirt und das Steuer­be­ra­ter­ex­amen. Die Licht- und Tonfirma baute er am Wochen­ende weiter aus. Vor zwei Monaten hat er sie erst verkauft. Der Mann ist schnell, vielsei­tig, in allem erfolg­reich.

2007 kam er zurück ins Rhein­land. Stephan Weigelt beriet für die Treuhand Hanno­ver Ärzte und Apothe­ker. „Das war mir zu langwei­lig. Ich hatte die ganze Zeit das Gefühl: Mist, du bist beim Amt gelan­det“, erzählt er lachend. „Für alles gab es Abtei­lun­gen in Hanno­ver.“ Abwechs­lung boten ein Lehrauf­trag an der Hochschule und die Beratung von Mandan­ten anderer Branchen als selbst­stän­di­ger Steuer­be­ra­ter. 2009 machte er sich selbst­stän­dig, kaufte die Kanzlei in Lever­ku­sen: „Als Erstes hab ich den Schrank ausge­räumt und die Fälle verteilt. Meine zehn Mitar­bei­ter sollen selbst­stän­dig arbei­ten.“

Im Forum junger Steuer­be­ra­ter schrieb er mit Kolle­gen einen Leitfa­den zur Existenz­grün­dung für Steuer­be­ra­ter. Als Experte für Medien­be­rufe und Probleme der Abgaben an die Künst­ler­so­zi­al­kasse gibt Stephan Weigelt inzwi­schen Seminare für Steuer­be­ra­ter, hält Vorträge für die Deutsche Bank und auf Steuer­be­ra­ter­kon­gres­sen, z.B. zum Thema Kanzlei­vi­sion und organi­sches Wachs­tum. Seine eigene Vision? „Steuer­be­ra­ter Nr. 1 im Ort. Ich möchte eine der führen­den Kanzleien im Bereich der Medien­be­rufe in Deutsch­land sein und mehr Zeit für die Familie haben. Ich hab früh Gas gegeben. In zwanzig Jahren werde ich in einer Band spielen, mehr zaubern gehen und mit meiner Frau reisen, Cook-Inseln, Amerika. Das sind unsere Ziele.“

Stephan Weigelt erzählt von einem Mandan­ten, der nach dem Tod des Vaters den Betrieb übernom­men und große finan­zi­elle Verluste erlit­ten hatte. Er schaffte es in einem halben Jahr, die Firma wieder ins Plus zu bringen. „Ich finde es extrem schön, wenn ich meinen Klien­ten dabei helfen kann, ein Problem zu lösen. Durch die perma­nen­ten Gesprä­che mit uns hat der Junior sich ganz toll entwi­ckelt“, nennt er diesen Einsatz beschei­den. Existenz­grün­dern hilft er von Anfang an den Weitblick für die eigene Lebens­per­spek­tive mit einzu­be­zie­hen. „Mir ist es wichtig, dass man weiß, was man tut und nur die Dinge tut, die man kann.“

Seine Kanzleistruk­tur: extrem sicher und effizi­ent. Alle Daten laufen voll digita­li­siert über das DATEV-Rechen­zen­trum in Nürnberg. „Theore­tisch könnte hier alles abbren­nen und wir haben trotz­dem noch die Daten und alle Prozesse in der Dauer­über­wa­chung“, erklärt er. Der Mehrwert: die gefühlte Sicher­heit bis hin zur voll digita­len Buchhal­tung.

Seine Mandan­ten kommen nur über Empfeh­lung zu ihm. „Der Steuer­be­ra­ter kennt schließ­lich alles. Er weiß ja meistens noch vor der Frau, dass der Mann sich schei­den lassen und Geld beisei­te­schaf­fen will“, lacht er. „Mein Job ist es, Unter­neh­men erfolg­reich zu machen, ihnen alles vom Hals zu halten, was mit Steuern und Finan­zen zu tun hat. Der Mandant muss möglichst viel Zeit für sein Kernge­schäft haben“, betont er. „Dafür kann man bei uns keinen Schuh­kar­ton mit Quittun­gen abgeben.“ Seine Mandan­ten werden in seine Standards einge­wie­sen.

Er holt ein Glas und drei 2‑Euro-Stücke: „Man wird als Steuer­be­ra­ter oft gefragt: Wenn ich mein Geld in der Schweiz habe, dann zahl ich hier doch keine Steuern mehr?“ Während er erzählt, wirft er mit einer Hand die Eurostü­cke in die Luft. Sie schei­nen unsicht­bar im Raum zu verschwin­den, bis er sie Sekun­den später mit der anderen Hand im Glas auffängt. „Wo ist es denn jetzt? Ach da.“ Das Geld klimpert ins Glas. „Wenn ja sowieso schon dein Geld drüben in der Schweiz ist“, wieder fällt ein Eurostück, „und die Zinsen auch, dann pack doch einfach alles ein: Haus, Frau, Auto, Kinder und dann ziehst du um in die Schweiz und zahlst hier gar nichts mehr.“ Das Glas klirrt, drei Eurostü­cke liegen darin. Ein unter­halt­sa­mer Steuer­be­ra­ter, der zaubern kann und dem kein Euro verlo­ren geht, denke ich und verab­schiede mich.

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