Unter­neh­mer­por­tät Stefan Schütt­ler

Dr. Heike Jacobsen

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» Musik und Sprache sind die Wurzeln meiner Kindheit. Ich tauchte in die Welt der Sprache, Klänge und Musik ein und fand darin meine wahre Heimat. Mit fünf Jahren lernte ich lesen und Klavier spielen. «

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Stefan Schüttler

Stefan Schütt­ler

Schrei­ne­rei Schütt­ler, Lever­ku­sen

Unter­neh­mer­por­tät Stefan Schütt­ler

Die große Ruhe fällt mir als Erstes auf: Mitten in einem Wohnge­biet finde ich die Schrei­ne­rei Schütt­ler in einer kleinen Seiten­straße gegen­über dem Fried­hof. Frau Schütt­ler öffnet die Tür und zieht sich wieder an ihren Schreib­tisch zurück, schreibt, nimmt Anrufe an, wieder­holt immer wieder freund­lich: „Er ist gerade im Gespräch.“ Das Büro ist ihre Domäne. Stefan Schütt­ler sitzt am Tisch auf einer alten Kirchen­bank, daneben ein Opfer­stock aus Holz – Liebha­ber­stü­cke aus einer Kirchen­sa­nie­rung. Diverse Holzplat­ten hängen als Muster an der Wand, mitten im Raum stehen Modelle für Fenster­ein­bau­ten. Seit 18 Jahren führen beide gemein­sam den Famili­en­be­trieb in der vierten Genera­tion mit acht bis neun Mitar­bei­tern, gelegent­lich arbei­tet sein Vater noch mit. „Es hat einfach gepasst, auch Schrei­ner zu werden“, sagt er und zeigt mir den Betrieb.

Auf dem Hof stehen seine Oldti­mer: ein alter Rosen­gart aus Frank­reich von 1938, ein VW Kübel aus den 70er-Jahren und ein dreiräd­ri­ger Liefer­wa­gen von 1938. „Wir kommen eigent­lich aus dem Gestell­ma­cher-Handwerk, im Rosen­gart ist ja noch Holz mit Blech verar­bei­tet“, erklärt er seine Faszi­na­tion. „Das passt gut zu unserer Firma und er fährt sogar noch.“

In der Werkstatt arbei­tet ein Geselle an einem Holzbett. Aufträge für Privat­kun­den, der Umbau von Objek­ten, z.B. Banken oder Arztpra­xen, und der Denkmal­schutz wie die Erneue­rung von Kirchen­bö­den gehören zu Stefan Schütt­lers Kernge­schäft. „Wir haben noch tradi­tio­nelle Maschi­nen für Massiv­holz­ver­ar­bei­tung – Fräse, Kreis­säge, Abrichte, Dickten­ho­bel –, aber auch eine moderne CNC-gesteu­erte Fräse.“ Über den Maschi­nen: Anwei­sun­gen zur Arbeits­si­cher­heit. „Die Holzab­fälle zerha­cken wir und pressen davon Brikets, mit denen wir heizen“, erzählt er. In einem Korb liegen kleine Massiv­holz­klötze mit Einker­bun­gen. „Das sind Werbe­ge­schenke. Jeweils sechs lassen sich zu einem Würfel zusam­men­set­zen.“ Er lacht. „Probie­ren Sie mal.“

Wir gehen zurück ins Büro. Zwei der fünf Kinder kommen nachein­an­der vorbei, Stefan Schütt­lers Vater bringt seiner Schwie­ger­toch­ter einen Strauß Blumen. „Wat janz Beson­de­res“, sagt er. „Sehr schön, und die riechen sogar“, lobt sie ihn. Freund­lich und ruhig treffen sie Verab­re­dun­gen und Abspra­chen. Stefan Schütt­ler ist Mitglied im Kirchen­vor­stand, bildet Lehrlinge aus und engagiert sich im Prüfungs­aus­schuss der Innung. Den Zivil­dienst hat er als Rettungs­sa­ni­tä­ter abgeleis­tet. Seinen Sinn für sozia­les Engage­ment gibt er an seine Kinder weiter. Sein wichtigs­ter Wert: Ehrlich­keit.

Was mich von vielen Kolle­gen unter­schei­det? Ich gehe nicht so stark mit einem künst­le­ri­schen Wunsch, mich gestal­te­risch selbst zu verwirk­li­chen, an meinen Beruf heran“, sagt er. Die Königs­frage für ihn: Was will der Kunde? „Das ist die oberste Maxime.“ Seinen eigenen Geschmack stellt er im Dienste des Kunden vollkom­men zurück. „Wenn jemand alles in Eiche rusti­kal haben möchte, dann ziehe ich das durch, sodass am Ende alles passt und wirklich stimmig ist.“ Stefan Schütt­ler versteht es, vom Kunden aus zu denken: „Wenn ein Kunde nicht zahlen würde, dann würde ich das immer als meinen Fehler ansehen. Entwe­der hätte es an der Quali­tät der Arbeit oder der Beratung gelegen“, erklärt er gedul­dig. „Ich versu­che die Kunden im Vorfeld gut zu beraten, und zwar nicht abschluss­ori­en­tiert, sondern wertneu­tral.“ Diese Heran­ge­hens­weise zeich­net ihn aus. „Ich verkaufe nieman­dem etwas, was derje­nige nicht braucht“, lautet seine Philo­so­phie. Auf Dauer zahlt sich das aus. Das ist ihm bewusst. „Ich hab kein Problem damit, wenn ich einen Auftrag nicht bekomme und dem Kunden vielleicht sogar abgera­ten habe. Beim nächs­ten Mal weiß er auf jeden Fall, dass ich keinen Quatsch erzähle.“

Stefan Schütt­ler ist gerne selbst­stän­dig. Ausge­hend von der Famili­en­tra­di­tion hat er sich zum moder­nen Unter­neh­mer entwi­ckelt, der nicht nur im, sondern vor allem am Unter­neh­men arbei­tet, selbst gelegent­lich eine Außen­per­spek­tive sucht, Beratung in Anspruch nimmt. „Es ist ein großer Fehler zu glauben, man wäre in seinen unter­neh­me­ri­schen Entschei­dun­gen unfehl­bar. Am Anfang hab ich nur gemacht, was so kam. Das ist noch kein unter­neh­me­ri­sches Handeln. Man muss wissen, wo man hin will, seine Zahlen kennen und Sachen struk­tu­riert verän­dern.“

Einen guten Unter­neh­mer zeich­nen seiner Erfah­rung nach drei Dinge aus: Er muss sich mit dem Kaufmän­ni­schen ausken­nen. Er muss seine Mitar­bei­ter dazu bringen können, das Beste zu machen. Und er muss mit den Kunden richtig umgehen können, sodass sie nach ihren Vorstel­lun­gen das Beste erhal­ten und das auch erken­nen können. Und: „Ich glaube, dass das Persön­li­che immer noch das Wichtigste ist“, sagt er abschlie­ßend.
Stefan Schütt­ler überzeugt – als Unter­neh­mer und als Persön­lich­keit.

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