Schwin­gung

Gedan­ken zum Wert Eigen­stän­dig­keit

Vor Kurzem hatte ich ein Gespräch mit einem Verkaufs­trai­ner, der meinte, ich ließe mich viel zu stark von den Geschich­ten meiner Kunden berüh­ren. Das wäre auf Dauer Energie raubend.

Das Gegen­teil ist der Fall. Das Funda­ment meiner Selbst­stän­dig­keit ruht auf mehre­ren Säulen: Wertschät­zung, persön­li­che Resonanz, Klarheit, Zeit, Gegen­wär­tig­keit. Unter Profes­sio­na­li­tät verstehe ich genau das: Ich schreibe ein biogra­fi­sches Porträt, ob auf einer oder 80 Seiten aus meiner wertschät­zen­den Haltung heraus. Mit dieser Haltung gehe ich in das biogra­fi­sche Gespräch, das wie ein gutes Coaching demje­ni­gen, der erzählt, Raum gibt, sich selbst erzäh­lend besser zu sehen, deutli­cher zu verste­hen, tiefer zu erken­nen. Der wesent­li­che Teil auf meiner Seite liegt im richti­gen Zuhören, und während sich eine Geschichte vor mir entfal­tet, sehe ich Motive, Themen, Rhyth­men wie Musik vor Augen.

Wenn ich mich nicht beim Zuhören ganz persön­lich mit berüh­ren ließe, wie könnte ich das Wesent­li­che erfas­sen? Wie könnte ich später beim Schrei­ben den Leser berüh­ren, die Essenz eines Lebens auf wenigen Seiten formu­lie­ren und würdi­gen, sodass derje­nige sich selbst wie durch meine Augen gesehen, erkannt und gespie­gelt findet? Nur wenn ich zur Gedan­ken­klar­heit meine ganze Herzens­bil­dung mit einflie­ßen lasse und aus meiner Resonanz über unsere Begeg­nung schreibe, bekommt die Geschichte, die mir anver­traut wurde, etwas, was sich niemand selbst geben kann: Zeugen­schaft, Wertschät­zung und Anerken­nung.

Deshalb schreibe ich nicht als Ghost­wri­ter in der Ich-Form, verfüge nicht über einen vorge­fer­tig­ten Fragen­ka­ta­log, den wir auch nicht per Skype abarbei­ten. Die Menschen, die zu mir kommen, wollen von mir ein Porträt über sich. Sie wollen ein echtes, leben­di­ges Gespräch, wollen, dass ich ihnen tief zuhöre, sie intui­tiv erfasse und auch verstehe, was nicht gesagt wurde, was zwischen den Zeilen mitschwingt, wollen, dass ich in schöne Worte präge, was sie mit ihrer Geschichte in mir zum Klingen bringen.  Sie gehen mir einmal mit ihrem Mensch­sein durch die ganze Seele, in Denken, Fühlen und Tun, und werden aus ihr heraus von mir in einer Geschichte schöp­fe­risch abgebil­det. Für Unter­neh­mer bedeu­tet das eine Empfeh­lung aus meiner wertschät­zen­den Sicht auf Ihre Leistung, eine wertvolle, Vertrauen bildende und emotio­nal bindende Werbe­ge­schichte. Für alle anderen bedeu­tet es noch viel mehr: “Ich habe mein Leben in Ihre Hände gelegt”, schrieb mir eine Kundin.

Ich weiß es zu würdi­gen.

Man kann auf eine Art zuhören, die mehr wert ist als das Gefäl­ligste, was man sagen kann.” (Charles Joseph Fürst von Ligne)

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