Unter­neh­mer­por­trät Raymond Rieke

Dr. Heike Jacobsen

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» Musik und Sprache sind die Wurzeln meiner Kindheit. Ich tauchte in die Welt der Sprache, Klänge und Musik ein und fand darin meine wahre Heimat. Mit fünf Jahren lernte ich lesen und Klavier spielen. «

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Unternehmer Porträt

Raymond Rieke

Helpcom­pany, Lever­ku­sen

Unter­neh­mer­por­trät Raymond Rieke

Die Profi-Kümme­rer: „Lassen Sie uns doch eine Runde im Park gehen“, schlägt Raymond Rieke vor, als ich ihn in seinem neuen Büro in Lever­ku­sen besuche. An den Wänden lehnen ausge­packte Umzugs­kar­tons, Decken­lam­pen fehlen, Böden müssen noch verlegt werden. Mit karier­tem Sommer­hemd, orange­far­be­nen Jeans und Turnschu­hen wirkt er lässig und wesent­lich jünger, als er ist. Beschwing­ten Schritts führt er mich durch den Park und erzählt von einer kurzen Präsen­ta­tion, die er am Morgen bei einem Unter­neh­mer­früh­stück gehal­ten hat: „Wenn Sie eine Banane von oben nach unten schälen, bleiben innen immer weiße Fäden hängen, die man dann einzeln entfer­nen muss. Wenn Sie sie von unten nach oben öffnen, passiert das nicht. Manch­mal muss man die Dinge auf den Kopf stellen und vieles wird leich­ter. Das ist mein Métier.“

Wir kehren in sein Büro zurück und setzen uns in die kleine Küche.
Angefan­gen hat Raymond Rieke bereits während seiner Ausbil­dung als Fotograf und Groß- und Einzel­han­dels­kauf­mann in einer Medien­ab­tei­lung, aus der er eine Firma für visuelle Kommu­ni­ka­ti­ons­tech­nik mit 14 Mitar­bei­tern aufbaute. Anschlie­ßend ging er als Gebiets­ver­kaufs­lei­ter zu Sony, arbei­tete als Proku­rist in einem Produk­ti­ons­haus für große Sende­an­stal­ten und baute dann die Nieder­las­sung einer Firma im Bereich visuel­ler Kommu­ni­ka­tion auf. Als Verkaufs­lei­ter und Geschäfts­füh­rer setzte er seine Karriere im Aufbau eines Händler­net­zes für den Verkauf exklu­si­ver Video­tech­nik­pro­dukte fort. Nach etlichen Jahren, in denen er z.B. für Leo Kirch komplette Fernseh­stu­dios ausstat­tete, übernahm Raymond Rieke in einem kanadi­schen Unter­neh­men für Software-Produk­ti­ons­tech­nik als Europa­ma­na­ger das Segment virtu­elle Studio­tech­nik. „Da war ich einer der Pioniere, das war sehr inter­es­sant“, erinnert er sich gerne. In den USA und in Kanada auf den größten Messen Vorträge vor Fachpu­bli­kum und Verbän­den zu halten fiel ihm leicht. Ein Angebot, ganz nach Kanada zu gehen, schlug er der Familie zuliebe aus. Statt­des­sen baute er als Geschäfts­füh­rer für ein israe­li­sches Unter­neh­men die deutsche Nieder­las­sung auf und beglei­tete die Firma bis zum Börsen­gang. In Köln baute er zuletzt ein Dienst­leis­tungs­zen­trum für virtu­elle Studio­tech­nik auf. Er weiß, wie man Firmen von Null auf Hundert bringt.

Nach einem Bruch mit den Gesell­schaf­tern und großen finan­zi­el­len Verlus­ten – „Da hatte ich die Schnauze schon ziemlich voll von der ganzen Medien­bran­che“ – machte Raymond Rieke sich mit einer Unter­neh­mens­be­ra­tung für Gründer mit Schwer­punkt visuelle Medien und Vertrieb und Marke­ting selbst­stän­dig: „Mein Ansatz war ganz praktisch. Ich hab nicht nur beraten, sondern bin zum Teil über ein halbes Jahr in die Unter­neh­men gegan­gen, hab den Leuten gehol­fen, in die Märkte zu kommen, dort Fuß zu fassen und Schlüs­sel­kun­den zu generie­ren.“ Aber seine Energie ließ spürbar nach. Dazu kam noch eine familiäre Krise. In dieser angeschla­ge­nen Situa­tion geriet er an einen Kunden, dem er über Monate zur Seite stand. Nur seine Provi­sion ließ auf sich warten. Er verzich­tete. „Mein Sargna­gel war dann ein Projekt, für das ich über sieben Monate das deutsche Händler­netz aufge­baut und Großkun­den akqui­riert habe. Da habe ich die Provi­sion einge­klagt, noch Anwalts­kos­ten gezahlt, dann ging die Firma in Konkurs und ich stand irgendwo auf der Liste.“

Die Energie war verlo­ren, die Enttäu­schung zehrte an der Substanz. Ein Jahr lang konnte Raymond Rieke nicht arbei­ten. Seine Frau übernahm ganz und er überlegte, was er in seinem Leben noch machen wollte. Auf jeden Fall nichts mehr mit der Medien­bran­che zu tun haben und lieber kleine Brötchen backen, dachte er und entwi­ckelte die Idee der Helpcom­pany. Raymond Rieke wirkt eher leise, ein sympa­thi­scher Kunst­samm­ler, beschei­de­ner Könner, ein stiller Mensch, der sich voll einsetzt und dafür auf entspre­chende Anerken­nung hofft. „Ich hab auf jeden Fall noch aus meiner Kindheit ein ausge­präg­tes Helfer­syn­drom“, gibt er offen zu. „Wenn ich jeman­dem weiter­hel­fen kann und die emotio­nale Seite stimmt, gibt mir das viel“. Das liegt ihm am Herzen.

Mein Magen knurrt laut und sofort bietet er mir an, ein paar Nudeln zu kochen. Wir lachen lieber gemein­sam. Der Mann reagiert wie ein bester Freund, denke ich, empathisch, praktisch, unkom­pli­ziert. Die Helpcom­pany, sein „Baby“, gründete er vor fünf Jahren. In ihr versam­melt er all sein Wissen und Können, seine prakti­sche Erfah­rung und seine Fähig­keit, große Netzwerke zu schaf­fen und sinnvoll einzu­set­zen.

Im Help Privat­be­reich unter­stützt er für kleines Geld Privat­kun­den, ist der verlän­gerte Arm einer Reihe von Senio­ren und Familien, die dankbar für seine Hilfe sind. Vom Vermit­teln eines Gärtners oder einer Haushalts­hilfe bis hin zu größe­ren Projek­ten – für ein älteres Ehepaar hat er den ganzen Hausver­kauf samt Logis­tik bis hin zum Restau­rie­ren der alten Möbel und der Schlüs­sel­über­gabe an die neuen Besit­zer übernom­men – beglei­tet und unter­stützt er mit seinem Netzwerk im Hinter­grund so lange, bis das Projekt zur Zufrie­den­heit seiner Auftrag­ge­ber abgewi­ckelt ist. Er verhan­delt, erledigt unlieb­sa­men Papier­kram, hilft dort, wo es nötig ist. Nur die klassi­sche Alten­pflege überlässt er den Fachkräf­ten: „Das ist nicht unser Thema. Wir sind ja auch nicht nur für Senio­ren da.“ Auch für gestresste Doppel­ver­die­ner mit Jobs im Ausland zaubert er zwei Tage vor Weihnach­ten noch schnell eine heime­lige Atmosphäre ins Haus, poliert alles auf Hochglanz, füllt den Kühlschrank. Man fühlt sich an dienst­bare Geister erinnert, fast märchen­haft.

Im Help Business­be­reich betreut er Unter­neh­men, auch hier auf Stunden­ba­sis und mit Provi­sion, immer sehr moderat. Raymond Rieke hat so viele Firmen aufge­baut, er weiß, wie Geschäft funktio­niert. Seine Affini­tät zu Technik kommt ihm dabei zugute. Für ein Unter­neh­men löste er zuerst Compu­ter­pro­bleme, brachte dann die gesamte Präsen­ta­tion in Form, aktua­li­sierte die Website und schafft jetzt eine Platt­form, um das gesamte Wissen aus dem Kopf der Unter­neh­me­rin in einer Software zu konser­vie­ren, ein Millio­nen­pro­jekt. Einem Spezi­al­werk­zeuge-Herstel­ler stellte er mit seinen Partnern die ganze Waren­wirt­schaft auf den Kopf: „Rechnungs­we­sen, Lager­wirt­schaft, alles war old fashio­ned und wenig effek­tiv.“ Der gravie­rende Unter­schied zu einer Unter­neh­mens­be­ra­tung? Er ist unmit­tel­bar praktisch und ganz nah dabei, die Theorie bleibt im Hinter­grund.

Ihm ist es wichtig, Talente zu fördern, richtig einzu­set­zen. Seine Mitar­bei­te­rin: vierspra­chig. Mit ihr bot er auf großen Messen ein Rundum-sorglos-Paket für alle Belange russisch­spra­chi­ger Ausstel­ler an – Unter­kunft, Werbung, Kunden­be­treu­ung, After Sales, das kennt er alles aus dem Effeff. „Das Feedback: der Hammer“, schwärmt er begeis­tert.

Im Moment baut Raymond Rieke ein Franchise-System für dieje­ni­gen Talente mit Lebens­er­fah­rung auf, die z.B. aufgrund ihres Alters auf dem Markt nicht mehr so gefragt sind, entwi­ckelt einen Strauß von Anwen­dungs­bei­spie­len als mundge­rechte Pakete und denkt schon wieder weiter: „Die Helpcom­pany kann in jeder Stadt funktio­nie­ren. Später will ich nur noch tingeln und die anderen Teams unter­stüt­zen. Wenn ich nicht so viel verdiene mit der Helpcom­pany, aber eine Reihe von Leuten glück­lich ist, dann ist das auch gut“, lächelt er. „Das ist genau das, was ich meine.“ Und er denkt daran, Künst­ler zu unter­stüt­zen, ihnen zu wirtschaft­li­chem Erfolg zu verhel­fen. Ein Wegbe­glei­ter, den man sich an seiner Seite nur wünschen kann.

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