Unter­neh­mer­por­trät Peter Steiner

Dr. Heike Jacobsen

Dr. Heike Jacobsen

»Ihr authen­ti­sches biogra­fi­sches Porträt entsteht immer auf der Basis eines exklu­si­ven entspann­ten Gesprächs mit mir.

Bevor wir uns persön­lich kennen lernen, klären wir in einem für Sie kosten­freien Vorab­ge­spräch am Telefon, ob Sie z.B. ein Webpor­trät als emotio­nale Werbung, ein kleines Geschenk­büch­lein oder ein exklu­si­ves Porträt­buch wünschen und wie Ihre Vorstel­lun­gen zu Umfang und Budget sind, sodass ich Ihnen ein passge­naues indivi­du­el­les Angebot machen kann.

Gleich­zei­tig bekom­men Sie am Telefon ein Gefühl dafür, ob Sie sich gut und gerne mit mir unter­hal­ten können und mir Ihre Geschichte(n) anver­trauen wollen. Bitte tragen Sie Ihre Telefon­num­mer in das Kontakt­for­mu­lar ein, und ich rufe Sie zeitnah zurück. Bis gleich.«

Dr. Heike Jacob­sen

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Porträt

Peter Steiner

WAS.Schulungs GmbH, Heidel­berg

Unter­neh­mer­por­trät Peter Steiner

Nachdem ich einmal um den Häuser­block gefah­ren, auf dem Depot der Straßen­bahn angekom­men und dort mit dem freund­li­chen Pfört­ner über den Verlauf der Hausnum­mern auf der Berghei­mer Landstraße ins Gespräch gekom­men bin, finde ich das schmie­de­ei­serne Tor und die Einfahrt zum Hof der WAS Schulungs GmbH in Heidel­berg. Ein kleiner Hof mündet in einen weitaus größe­ren und ein Ensem­ble von Gebäu­den gruppiert sich um beide herum zu einem großen Betriebs­ge­lände. Linker Hand das Taeter-Theater, das von außen wie die Proben­werk­statt einiger Studen­ten wirkt, gerade­aus ein kleines Häuschen mit Jacque’s Weinde­pot. Das größte Gebäude trägt die Aufschrift SAP Apple­haus. „Einfach auf das Betriebs­ge­lände fahren und dann am besten noch mal anrufen“, diesem Rat von Peter Steiner folge ich jetzt und lasse mich von ihm auf den großen Hof und dort auf seinen firmen­ei­ge­nen Stell­platz lotsen, bis ich ihn aus dem Fenster des hohen Backstein­ge­bäu­des winken sehe.

Es ist Nachmit­tag und der heutige Schulungs­tag bereits zu Ende, die Räume sind leer, Feier­abend. Am Ende des langen Flurs im ersten Stock spricht Peter Steiner noch kurz mit einem seiner Dozen­ten und zeigt mir dann sein Unter­neh­men. „Früher war das eine Ziege­lei, heute lernen Erwach­sene hier für einen quali­fi­zier­ten Berufs­ab­schluss.“ Wir gehen durch Büro und Sekre­ta­riat, ein Bespre­chungs­raum bietet genügend Intimi­tät für Einzel-Coaching. In drei großen Schulungs­räu­men findet der Unter­richt statt, einer ist mit Bildschir­men ausge­stat­tet, in den anderen wird mit der Hand geschrie­ben, um das Gelernte zu verfes­ti­gen. Einige Bücher und Schreib­blö­cke liegen noch auf den Tischen, morgen geht es weiter. Die Einrich­tung ist funktio­nal, grau und schwarz, die Stühle mit hohen Rücken­leh­nen bieten beque­men Halt für ganztä­gi­ges konzen­trier­tes Arbei­ten.

Wir sind spezia­li­siert auf Logis­tik und Gastro­no­mie.“ Der aktuelle Kurs bildet Arbeits­lose zu Restau­rant­fach­leu­ten oder Köchen aus. An den Wänden hängen große Abbil­dun­gen der Fleisch­teile vom Rind oder vom Schwein, Landkar­ten franzö­si­scher Weinbau­ge­biete und eine Zeich­nung zum mensch­li­chen Fettstoff­wech­sel. Links eine Fenster­front zum Hof, rechts eine Regal­wand voller Bücher und noch mehr leerer Weinfla­schen. „Hier wird nicht getrun­ken, sondern inten­siv gearbei­tet, mein Dozent ist absolu­ter Weinken­ner.“ Steiner schmun­zelt. „Unsere Abschluss­quote erfolg­reich durch­lau­fe­ner Prüfun­gen vor der IHK beträgt 96%, und das bei Teilneh­mern, die das Lernen erst wieder lernen müssen. Das ist außer­ge­wöhn­lich.“ Seinen Teilneh­mern fehlt es an viel, vor allem aber an Selbst­wert­ge­fühl: „Die Arbeits­lo­sig­keit ist ein Trauma an sich, und dann noch der Gang zu den Behör­den. Wenn sie hier ankom­men, fühlen sie sich so klein, dass sie unterm Teppich Fallschirm­sprin­gen könnten.“

Arbeits­los, ausge­grenzt, nicht gewollt und außen vor zu sein, das kennt Peter Steiner aus eigener Erfah­rung. Die Ausein­an­der­set­zung mit der Bürokra­tie führt er inzwi­schen auf anderem Niveau. Die Kurse der WAS Schulungs GmbH sind ausschließ­lich mit Erwach­se­nen besetzt, die – von der Arbeits­agen­tur geför­dert – eine letzte Chance zur beruf­li­chen Quali­fi­zie­rung erhal­ten. In der Gemein­schaft eines festen Kurses wird sechs Monate lang in Vollzeit der Stoff gepaukt, der anschlie­ßend in der Prüfung der Indus­trie- und Handels­kam­mer abgefragt wird. Prakti­sche Berufs­er­fah­rung kann theore­ti­sche Mängel ausglei­chen, Steiner sieht seine Aufgabe aber darin, die Teilneh­mer fachlich fit zu machen. Die Ergeb­nisse überzeu­gen. Die WAS besteht seit sieben Jahren auf dem Markt der Bildungs­an­bie­ter, sein kleines Team ist fester Bestand­teil seines Erfolgs. „Keine Fluktua­tion, alles außer­ge­wöhn­li­che Menschen“, lächelt er und zeigt mir den kleinen Innen­hof. „Hier will ich im Sommer ein Konzert veran­stal­ten.“

Peter Steiner versteht sich als Unter­neh­mer des alten Schlags, mit Mitte 50 kennt er Brüche im Lebens­lauf und zeigt großes Verständ­nis für die Situa­tion seiner Teilneh­mer. „Ich führe mit jedem vorab ein ausführ­li­ches Gespräch, um einschät­zen zu können, ob er es schaf­fen kann.“ Steiner macht keine leeren Verspre­chun­gen. Wenn er jeman­den aufnimmt, setzt er sich mit seinem Dozen­ten­team für seine Quali­fi­zie­rung ein. Entwick­lung liegt ihm am Herzen. „Es ist schön zu sehen, wie Menschen über sich hinaus­wach­sen, Prüfun­gen bestehen, groß und stolz werden und nach dem halben Jahr erfolg­reich in neue Jobs kommen.“ Wenn er von Teilneh­mern überzeugt ist, setzt er sich auch gegen bürokra­ti­sche Wider­stände für sie ein. „Wir hatten eine Inderin, die von der Arbeits­agen­tur abgelehnt wurde. Die Sachbe­ar­bei­ter verges­sen, dass anfäng­li­che Sprach­hür­den durch die Inten­si­tät von acht Stunden Unter­richt über sechs Monate wie neben­bei abgebaut werden. Das muss man erst mal schaf­fen. Ich habe sie dann trotz­dem für einen kleinen betriebs­wirt­schaft­li­chen Kurs angenom­men und sie hat die Prüfung hervor­ra­gend bestan­den. Als ihr dann der Zugang zur Berufs­qua­li­fi­zie­rung immer noch verwehrt wurde, hat sich der ganze Kurs für sie stark gemacht, einen offenen Brief an die Agentur geschrie­ben und sich sogar ans Fernse­hen gewandt. Wir hatten eine Repor­tage im SWR bei Report Mainz. Da halt ich mich aber im Hinter­grund.“

Sein Handy klingelt und gedul­dig geht Steiner auf jede Frage und Befürch­tung des Inter­es­sen­ten ein: „Machen Sie sich keine Sorgen, da liegen Sie vom Alter her bei uns im mittle­ren Bereich. Kommen Sie doch einfach mal zu uns, setzen sich in den laufen­den Kurs und wenn Sie ein gutes Gefühl haben, können wir uns gerne unter­hal­ten. Wenn nicht, werden Sie nur Lernhür­den aufbauen, das hilft nieman­dem.“ Offen­heit, Vertrauen und Respekt sind einige der Werte, die er täglich lebt. Gerade hat er eine 60-jährige Sekre­tä­rin einge­stellt, die 10 Jahre auf einer Farm in Südafrika gelebt hat und sich an feste Bürozei­ten erst wieder gewöh­nen muss. „Das kriegen wir schon zusam­men hin“, meint er zuver­sicht­lich und beglei­tet mich nach draußen.

Unter­wegs erzählt er mir die Geschichte des Teilneh­mers, dem von der Arbeits­agen­tur in einem psycho­lo­gi­schen Gutach­ten beschei­nigt wurde, nicht stabil genug für eine quali­fi­zierte Arbeit zu sein. „Das muss man sich mal vorstel­len: Mit einer Unter­schrift ist dem Mann seine beruf­li­che Zukunft genom­men worden. Er ist 40. Nur, weil er mal vor 15 Jahren Drogen­erfah­rung gemacht hat.“ Wir stehen in der Sonne und Steiner zündet sich eine Selbst­ge­drehte an. „Ich habe mir ein Bild von ihm gemacht, ein psycho­lo­gi­sches Gegen­gut­ach­ten erstel­len lassen und werde auch vor Gericht gehen. Hier wurde ein Mensch völlig verkannt, der Leistung bringen kann und will. Das kann ich nicht zulas­sen. Er kann auch umsonst teilneh­men. Wirtschaft ohne Gier – das muss gehen und ist auch erfolg­reich.“ Sein Handy klingelt wieder und wir verab­schie­den uns. Kurz darauf steht er mit seinem Motor­rad neben meinem Auto. „Schöner Wagen, ich fahr schon mal vor“, sagt er – ein Wegbe­glei­ter, dem ich mich gerne anver­traue.

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