Unter­neh­mer­por­trät Brigitte Borsing

Dr. Heike Jacobsen

Dr. Heike Jacobsen

» Musik und Sprache sind die Wurzeln meiner Kindheit. Ich tauchte in die Welt der Sprache, Klänge und Musik ein und fand darin meine wahre Heimat. Mit fünf Jahren lernte ich lesen und Klavier spielen. «

Dr. Heike Jacob­sen

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Brigitte Borsing

Brigitte Borsing

Intel­li­gent-coachen, Burscheid

Unter­neh­mer­por­trät Brigitte Borsing

Wer mit Brigitte Borsing einen Termin verab­re­det, muss bereits aktiv werden, um ihren Coaching­raum auf dem Hinter­hof eines Gewer­be­zen­trums in Leich­lin­gen zu finden. Der Raum ist hell und geräu­mig, bietet Platz für einen großen Arbeits­tisch mit grün bezoge­nen Stühlen, einen beque­men braunen Leder­ses­sel mit grünem Hocker und zwei kleine Leder­ses­sel, die auf einem hellen Teppich, im Winkel zuein­an­der positio­niert, zum Dialog einla­den: nah, aber nicht konfron­ta­tiv. Der Blick fällt aus dem Fenster und wird auf schöne Einzel­stü­cke gelenkt: ein moder­nes Gemälde in Grüntö­nen, einen großen Buddha­kopf, eine hübsche Karaffe.

Brigitte Borsing trägt bequeme Freizeit­klei­dung, ist kaum geschminkt, steht zu ihren kurzen grauen Haaren, gerad­li­nig, natür­lich. „Ich würde gerne in die Bahnstadt nach Opladen umzie­hen“, beginnt sie. „Da entsteht eine ganz neue Arbei­ten-und-Wohnen-Landschaft, ganz toll saniert und renoviert, alt mit neu. Der Knaller“, schwärmt sie, „das hat Flair, eine spannende Atmosphäre und Energie.“ Brigitte Borsing wählt ihre Worte genau, formu­liert überlegt.

Ursprüng­lich war sie pharma­zeu­tisch-techni­sche Assis­ten­tin. „Das war eine schöne Möglich­keit, etwas für die Gesund­heit der Menschen zu tun und in Inter­ak­tion zu sein.“ Bewusst entschied sie sich dafür, in einer Apotheke zu arbei­ten und Kunden zu beraten.

Nach sieben Jahren wechselte sie für kurze Zeit zu Bayer und übernahm, als ihr Mann sich selbst­stän­dig machte, bald die ganze Büroar­beit. „Von der Apotheke her hatte ich eine gute Grund­fä­hig­keit, die Dinge im Überblick zu behal­ten.“ Ordnung und Organi­sa­tion liegen ihr. Die Firma wuchs, ein neues Büroge­bäude wurde gebaut, die Zahl der Mitar­bei­ter stieg konti­nu­ier­lich. „1999 haben wir die Firma verkauft und glaub­ten, dass wir unser Vermö­gen ganz gut angelegt haben. Wir hatten 35 Mitar­bei­ter und zum zweiten Mal gebaut. Mein Mann war dann als Geschäfts­füh­rer weiter angestellt. 2000 ist das Unter­neh­men weiter­ver­kauft worden, dann wurde es sehr schräg und wir stiegen 2001 aus.“

Beide planten gerade ein Sabba­ti­cal, als sie durch die Anschläge am 11. Septem­ber inner­halb weniger Monate ihr gesam­tes in den USA angeleg­tes Vermö­gen verlo­ren. „97 Dollar haben wir noch“, lacht sie. Mit Anfang Vierzig standen beide plötz­lich vor dem Nichts, mussten so schnell wie möglich wieder in Arbeit kommen, um ihr Haus zu halten. „Mein Mann ist darüber erst mal schwer krank gewor­den und ich hab gemerkt, dass ich auch etwas für meine seeli­sche Gesund­heit tun muss.“ Ihr Vorha­ben, schnell eine Ausbil­dung zum Heilprak­ti­ker zu absol­vie­ren, schei­terte. „Ich bin zwischen­durch auch putzen gegan­gen, damit Geld reinkommt“, gibt sie offen zu.

Durch einen Freund lernte sie einen Seminar­lei­ter in Süddeutsch­land kennen, nahm mit ihrem Mann an seinen Kursen teil und blieb seitdem dabei. Brigitte Borsing vertiefte sich auf dem Feld „persön­li­che Kompe­tenz und Leadership“, wurde Kurs-Assis­ten­tin und wirkt heute noch ehren­amt­lich mit. „Es hört sich ein bisschen drama­tisch an, aber das hat die seeli­sche Gesund­heit geret­tet“, sagt sie nachdenk­lich. Vorüber­ge­hend arbei­tete sie für eine Unter­neh­mens­be­ra­tung, bis sie eine Interims­stelle als Assis­tenz des Geschäfts­füh­rers antre­ten konnte. Man wollte sie überneh­men. Brigitte Borsing schrieb eine Für-und-Wider-Liste und sagte zu. „Und jetzt hab ich das erste Mal richtig Geld verdient. Das war eine sehr schöne Zeit“, erinnert sie sich.

Die Arbeit an der eigenen Persön­lich­keits­ent­wick­lung und die Unter­stüt­zung der Kursteil­neh­mer in den Semina­ren führte sie paral­lel dazu konti­nu­ier­lich weiter. 2010 erhielt sie mit 50 die Kündi­gung. Ihre eigene Entwick­lung hatte sie so stark gemacht, dass ihr Chef sie nicht weiter­hin nach dem Prinzip „Angst“ führen konnte. „Ich hab meine innere Haltung ihm gegen­über verän­dert, die Angst abgelegt“, sagt sie. „Damit konnte er nicht umgehen. Ich bin sofort freige­stellt worden, musste inner­halb von 24 Stunden gehen. Das war für mich ein Gefühl, als wenn ich die silber­nen Löffel geklaut hätte. Sehr sehr unange­nehm.“ Wieder stand sie vor der Frage, wie es weiter­ge­hen sollte.

Brigitte Borsing hatte inzwi­schen neun Jahre Erfah­rung im Seminar­be­trieb als Assis­ten­tin und Co-Traine­rin, blieb aber immer in der zweiten Reihe. Sie recher­chierte und suchte eine fundierte Ausbil­dung. Das St. Galler Coaching-Modell überzeugte sie. „Ich bin in die Arbeits­lo­sig­keit gegan­gen, hab mich natür­lich auch bewor­ben und neben­bei meine Ausbil­dung zum syste­mi­schen Coach und Berater, als syste­mi­scher Struk­tur­auf­stel­ler und Master­coach absol­viert. Alles privat bezahlt. Und dann hab ich meine Selbst­stän­dig­keit geplant.“ Was Brigitte Borsing tut, hat Hand und Fuß, sie agiert strate­gisch und kompe­tent.

Warum wollte ich das machen?“, resümiert sie, „weil ich bei meiner eigenen und beglei­ten­den Persön­lich­keits­ent­wick­lung und allem, was ich dort erfah­ren habe, gespürt habe: Das kann ich gut weiter­ge­ben und das hilft den Menschen. Ich finde die Methode einfach genial. Mein Stecken­pferd ist das Einzel­coa­ching. Ich bin jetzt selbst fast 54 und mein Schwer­punkt ist die Zeit der Lebens­mitte, die Jahre des Wechsels, die Frage nach dem Sinn. Oft zeigen sich erste gesund­heit­li­che Themen.“ Sie kombi­niert unter­schied­li­che Metho­den aus dem NLP, nutzt Aufstel­lungs­ar­beit, führt lösungs­ori­en­tierte Gesprä­che. Entschei­dend dabei ist ihre Haltung, ein Wort, das sie oft benutzt: „Ich frage nach, ich bin penetrant, ich führe immer wieder auf den Punkt zurück, sodass dem Klien­ten die Dinge klar werden, bewusst werden.“

Wichtig dabei ist ihr, dass Klien­ten nicht nur intel­lek­tu­ell mitge­hen, sondern dank ihrer Anlei­tung auch selbst mögli­che Lösungs­sze­na­rien fühlen. „Und das funktio­niert.“ Sie lacht. Was ihr am meisten Spaß macht? „Immer wieder die Faszi­na­tion, dass dieses Gesamt­pa­ket so wunder­bar zu Erkennt­nis, Klarheit und damit zu neuen Lösungs­we­gen für den Klien­ten führt. Dass sich wirklich etwas verän­dert, ohne dass er es durch seinen Willen herbei­füh­ren muss, sondern weil sich seine Haltung verän­dert.“ Brigitte Borsing berich­tet von einem Klien­ten, der voller Zweifel an der Bezie­hung mit seiner Frau zu ihr kam: „Das Coaching hat ihm so weit gehol­fen, dass er wirklich gefühlt hat: Ich bin ein glück­li­cher Mann. Auch das kann ein Ergeb­nis sein. Das fand ich einfach klasse“, sagt sie und schweigt berührt.

Brigitte Borsing wünscht sich, dass Coaching in Zukunft kein Tabuthema mehr ist. „Gerade wir Deutschen meinen immer, wir müssen alles alleine schaf­fen.“ Sie selbst geht offen­siv auf Menschen zu, pflegt Netzwerke, sucht Koope­ra­tio­nen, hält Vorträge auf Messen, verteilt Gutscheine. Der persön­li­che Eindruck zählt.

Meine Haltung ist absolute Integri­tät. Ich bin empathisch, aber ich leide nicht mit, sonst wäre ich verlo­ren.“ Sie spricht langsam, wird ernst. „Bei dieser Arbeit zeich­net mich aus, dass ich meine eigenen Themen selbst geklärt habe. Da habe ich einen riesi­gen Vorsprung durch eine fundierte persön­li­che lange Erfah­rung. Ich bin mit den Themen, die ich coache, klar. Ich möchte nicht etwas anbie­ten, von dem ich nicht wirklich überzeugt bin, dass ich das exzel­lent kann.“

Man nimmt ihr das sofort ab. Es klingelt an der Tür und die nächste Klien­tin tritt ein – eine Frau, die beruf­lich mit Zahlen, Daten, Vermö­gens­wer­ten umgeht. Ich habe keiner­lei Zweifel, dass Brigitte Borsing sie dazu führen kann, das eigene Vermö­gen für sich neu zu entde­cken.

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