Unter­neh­mer­por­trät Astrid Klingen

Dr. Heike Jacobsen

Dr. Heike Jacobsen

» Musik und Sprache sind die Wurzeln meiner Kindheit. Ich tauchte in die Welt der Sprache, Klänge und Musik ein und fand darin meine wahre Heimat. Mit fünf Jahren lernte ich lesen und Klavier spielen. «

Dr. Heike Jacob­sen

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Astrid Klingen

Schmuck­de­sign, Düssel­dorf

Unter­neh­mer­por­trät Astrid Klingen

Eigent­lich wollte ich noch Blumen kaufen“, beginnt Astrid Klingen, während sie Kaffee serviert. Wir sitzen neben ihrer Werkstatt im Ausstel­lungs­raum. „Ich mag es, wenn alles schön ist“, sagt sie. In einer großen Schmuck­vi­trine und zwei kleinen Schau­kas­ten­ti­schen präsen­tiert sie ihre Schmuck­stü­cke: Ketten, Ringe, Ohrringe aus Silber, Gold, Perlen und Edelstei­nen – Granat, Citrin, Amethyst, Aquama­rin. Ihr Stil: von verspielt bis schlicht und grafisch-streng. Die Sonne scheint herein, auf der Fenster­bank steht eine kleine Etagère mit Prali­nen und Törtchen. „Im Sommer können meine Kursteil­neh­mer im Garten essen, die Werkti­sche kann ich leider nicht draußen montie­ren. Mein Traum wäre es, irgend­wann mal Sommer­kurse in Südfrank­reich zu geben.“

Auf der Suche nach dem richti­gen Beruf dachte sie zunächst an Innen­ar­chi­tek­tur, versuchte sich in der Landschafts­pla­nung, um ihre gestal­te­ri­sche Begabung mit ihrer Liebe zur Natur zu verbin­den, und war unglück­lich. Ihre Berufung fand sie eher durch Zufall: „Noch heute sehe ich die Straßen­kreu­zung vor mir, an der wir an einer roten Ampel warte­ten. Ich klagte meiner besten Freun­din mein Leid. Sie sagte mir auf den Kopf zu: ‚Du musst etwas mit Schmuck machen, das ist sowieso deine Leiden­schaft. Mach doch Schmuck­de­sign.‘ Und da fiel der Groschen, aber ganz gewal­tig“, erinnert sie sich. Astrid Klingen erlernte als Goldschmie­din von Grund auf das tradi­tio­nelle Handwerk, im anschlie­ßen­den Schmuck­de­sign-Studium lag der Schwer­punkt auf der Gestal­tung. „Das ist es 100-prozen­tig“, war sofort ihr Gefühl.

Für Firmen Entwürfe zu gestal­ten, die in Serien­pro­duk­tion gehen, das entspricht ihr nicht. Ihre Entwürfe sind Unikate. Nach dem Diplom arbei­tete sie freibe­ruf­lich, eröff­nete bald darauf mit einer Freun­din einen kleinen Laden und begann Kurse zur Schmuck­her­stel­lung zu geben. Nach 10 Jahren trenn­ten sie sich und Astrid Klingen machte sich allein selbst­stän­dig, ohne Laden­öff­nungs­zei­ten, indivi­du­ell und flexi­bel auf die Kunden abgestimmt. „Ich verkaufe nichts übers Inter­net“, betont sie, „die Hälfte meiner Aufträge sind Neuan­fer­ti­gun­gen oder Umarbei­tun­gen von altem Schmuck auf Basis eines inten­si­ven Gesprächs.“ Im Dialog zu sein ist ihr wichtig. „Im besten Fall habe ich langjäh­rige Kundin­nen und weiß, was sie mögen. Es macht mir viel Freude zu merken: Das ist genau für diese Frau passend. Während der Herstel­lung bin ich dann oft in Gedan­ken bei diesem Menschen. Ihnen würde ich auch kein Gelbgold empfeh­len“, rät sie mit einem erfah­re­nen Blick auf meine Haut‑, Augen- und Haarfarbe und die silber­nen Ringe.

Für Astrid Klingen ist Schmuck kein oberfläch­li­ches Dekor, sondern etwas ganz Persön­li­ches. Sie erzählt von einer langjäh­ri­gen Kundin, die eine lange Perlen­kette von ihrer Großmutter geerbt und ihr ein Foto der damals noch jungen Frau gezeigt hat. Der Wert der Schmuck­stü­cke bemisst sich für sie nicht nur in Edelme­tall, Brillan­ten und Karat, sondern ebenso in persön­li­cher Geschichte und indivi­du­el­ler Bezie­hung. Die größte Anerken­nung für sie: Wenn ein Schmuck­stück zum Lieblings­stück wird und die Kundin es jahre­lang trägt, ein Ring so tägli­cher Beglei­ter ist.

Die Steine bezieht sie aus einer Schlei­fe­rei in Idar-Oberstein, einem alten Famili­en­un­ter­neh­men: „Vielleicht müssen die Steine noch nicht mal so teuer sein, aber sie müssen einfach eine Ausstrah­lung haben, dürfen gerne ein bisschen eigen­wil­lig sein.“ Sie trägt selbst entwor­fene Wechsel-Ohrringe aus Onyx und einen Spiel-Ring mit Aufsät­zen aus Turma­lin und Stern­ru­bin. „Die Idee zu auswech­sel­ba­ren Steinen hat mich schon lange beschäf­tigt und kam mir in völlig entspann­tem Zustand kurz vorm Einschla­fen“, erzählt sie. „Das kommt super an.“

Die kleine Werkstatt ist voll ausge­stat­tet mit Emaille-Ofen, Metall­walze, Löt-Tisch und zwei Werkti­schen, einem großen Holzblock, zahlrei­chen Handsä­gen, Hämmern, Feilen und kleinen Gerät­schaf­ten. Am großen Werktisch können mehrere Perso­nen gleich­zei­tig arbei­ten. Man sitzt vor halbrun­den Ausbuch­tun­gen, über die Feilnä­gel aus Holz montiert sind. Darun­ter aufge­spannte Leder­wan­nen fangen den Metall­ab­rieb auf. „Zuerst lernt man aussä­gen. Das ist die Grund­lage für alles“, erklärt Astrid Klingen. „Ich sorge dafür, dass jeder etwas Ferti­ges mit nach Hause nehmen kann.“ Ihr Tisch steht am Fenster, hier versenkt sie sich ganz in die Gegen­wär­tig­keit ihres Tuns: „Am liebs­ten arbeite ich über mehrere Stunden und komme dabei komplett in den Flow. Ich tanke hier völlig auf und finde so absolute Erfül­lung. Darum liebe ich diesen Beruf.“ Nicht mehr Schmuck zu machen, das kann sie sich nicht vorstel­len.

Ihre aktuelle Arbeit: ein eigener Ring mit einem Rauch­quarz, der einer Kundin als Muster dienen soll. Den Stein hat sie aus einer alten Brosche ihres Großon­kels entnom­men. „Schmuck für mich selbst mache ich fast nie. Das ist etwas ganz Beson­de­res“, freut sie sich. Astrid Klingen ist eine Schmuck­de­si­gne­rin, die Inten­si­tät im persön­li­chen Kontakt mit ihren Kunden aufbaut, sich ganz in ihre Arbeit versenkt und so Schmuck von indivi­du­el­lem Wert schafft.

Ihre Zukunft steht ihr klar vor Augen: „Ich mache meinen Schmuck in einer wunder­schö­nen Umgebung, vermittle in Urlaubskur­sen Wertschät­zung für das Handwerk und stelle regel­mä­ßig aus.“ Sie lacht herzlich. Schmuck und Natur in harmo­ni­scher Verbin­dung – ein Lebens­pro­jekt. Auch dieses innere Bild wird sie zu einem schönen Unikat formen.

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